Geht es nur mit Metall im Maul…?

Geht es nur mit Metall im Maul…?

Bei diesem Thema spaltet sich die Reiterwelt.

Ein Fakt ist: Will ich nur gebisslos mit meinem Pferd unterwegs sein, und das auch noch im freien Feld, muss ich mit meiner Versicherung unbedingt klären, ob in einem Schadensfall noch Versicherungsschutz besteht! Manche Versicherungen bestehen auf die Verwendung eines Gebisses, manche nicht. Das ist individuell abzuklären.

 

Ethisch lässt sich darüber streiten, ob eine gebisslose Zäumung und Ausbildung des Pferdes tatsächlich pferdefreundlicher ist. Viele gebisslose Zäumungen wirken sehr scharf, können bei grobem Gebrauch sogar lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Das klassische Westernbosal oder einige Kappzäume (spanischer oder portugiesischer) sind keinesfalls harmlos und pferdefreundlicher, als ein leichtes , dünnes Gebiss. Nun kann man sagen, dass ein dünnes Gebiss ja viel zu scharf wirkt, eben weil es ja so dünn ist. Darüber gibt es mittlerweile viele Fachartikel, die in den Vordergrund stellen, dass im Pferdemaul eigentlich kein Gebiss vorgesehen ist, und zu dicke Gebisse das Pferd beim atmen und schlucken behindern können. Außerdem besteht die Gefahr der Quetschung der Zunge.

Mögliches Fazit: Gebisslos ist auf jeden Fall pferdefreundlicher und wenn ich meinem Pferd nichts Böses antun will, werde ich gebisslos – Reiter… .

Ich denke, dass das nicht so ist.

Mein Anspruch ist der, dass ich Alles, was mein Pferd und ich können sowohl mit Gebiss, als auch ohne Gebiss und sogar nur mit Halsring abrufen kann! Ich sehe es aus der Sicht: Jedes Pferd hat seine körperlichen Defizite, die sich mehr oder weniger auf seine Tragfähigkeit auswirken. Mangelnde Tragkraft führt auf kurz oder lang zu frühzeitigem Verschleiß. Auf die Nase des Pferdes Paraden zu setzen die nach oben umlenken, und nicht nach hinten oder bremsend wirken, ist kaum möglich. Ich will nicht behaupten unmöglich, aber es kommt doch schneller zu Mißverständnissen zwischen Reiter und Pferd, als wenn man ein Gebiss nutzt und sich so dem Pferd besser verständlich machen kann. Eine höhere Hand mit Gebiss kommt immer noch präziser an als mit einem Sidepull. So denke ich, dass ein Gebiss in bestimmten Phasen der Ausbildung ein sinnvolles und gutes Hilfsmittel ist, der Reiter aber keine Angst davor haben sollte, sein Pferd auch ohne Gebiss zu reiten. Denn wer sein Pferd nur mit Gebiss dirigieren kann zeigt ganz klar, dass er viel zu handlastig reitet und Sitz – und Schenkelhilfen zu sehr vernachlässigt.

Jeder noch so pferdefreundliche Helfer kann zu einem scharfen Zwangmittel mutieren, ein Gebiss ist nur so scharf wie die Reiterhand, die die Zügel hält. Jedes Sidepull nur so sanft, wie die Reiterhand…

Mein Fazit: Ein Gebiss sollte jedes Pferd kennen, in manchen Phasen der Ausbildung ist es unerlässlich. Wer gebisslos das abrufen kann, was er und sein Pferd mit Gebiss können, in derselben korrekten Form und Feinfühligkeit, der weiß, dass er bis hierhin wohl Alles richtig gemacht hat 😉

 

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