{"id":640,"date":"2017-11-11T19:21:25","date_gmt":"2017-11-11T19:21:25","guid":{"rendered":"http:\/\/big-valley-sunshine-ranch.de\/?p=640"},"modified":"2018-09-02T19:47:19","modified_gmt":"2018-09-02T19:47:19","slug":"mein-verladetraining","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/big-valley-sunshine-ranch.de\/?p=640","title":{"rendered":"Mein Verladetraining"},"content":{"rendered":"<p>Bei Vielen ist das Verladen des Pferdes ein rotes Tuch, es stresst Mensch und Pferd oft gleicherma\u00dfen. Leider, denn mit der richtigen Vorbereitung und gen\u00fcgend Vertrauen ist Verladen nicht mehr als ein Spaziergang. Von einfachen Tricks bis hin zum ausgekl\u00fcgelten Verladetraining gibt es viele Vorschl\u00e4ge, wie man sein Pferd mit 100%iger Sicherheit auf den Anh\u00e4nger bekommt. Ich f\u00fcr meinen Teil halte es gern sehr einfach. Was meiner Meinung nach am Wichtigsten beim Verladetraining ist, ist Zeit. Einmal die Zeit, die ich meinem Pferd in der Trainingseinheit gebe, aber auch die Gesamtzeit, die ich uns gebe, bis mein Pferd sich grunds\u00e4tzlich immer ganz zuverl\u00e4ssig und ruhig verladen l\u00e4sst. Hier mein optimales Bild von stressfreiem Verladen: Ich gehe mit meinem Pferd ganz normal auf den Anh\u00e4nger zu. Noch im laufen werfe ich ihm den F\u00fchrstrick \u00fcber den Hals, mein Pferd geht ganz unbeirrt weiter. Ich begleite es noch bis auf die Laderampe, bleibe aber oben an der Rampe stehen; mein Perd geht v\u00f6llig entspannt weiter, in den Anh\u00e4nger hinein. Es geht weit genug vor, so dass ich dann in aller Ruhe die hintere Stange einh\u00e4ngen und sichern kann. Nachdem ich die Rampe ebenfalls verschlossen habe gehe ich nach vorn und binde es an. Fertig, und los geht`s &#8230;!<\/p>\n<p>Um dieses zu erreichen, sieht mein ganz eigenes Verladetraining so aus:<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #008000;\">Schritt 1,<\/span><\/strong> ich zeige meinem Pferd den Anh\u00e4nger;<\/p>\n<p>es darf drumherum gehen, ihn beschnuppern, <strong>und <\/strong><strong>es darf auch zur\u00fcckweichen, wenn es sich vor seiner eigenen Courage erschreckt! <\/strong>Diesen Teil im Training finde ich sehr wichtig, denn dieses gew\u00e4hren lassen baut Vertrauen auf &#8211; zum einen Vertrauen in sich selbst (also das Pferd in sich selbst), zum Anderen Vertrauen in den Menschen, dass er Pferd nicht zu etwas zwingt, wo es Angst vor hat.<\/p>\n<p>Nach ausreichender Inspektion kommt dann <strong><span style=\"color: #008000;\">Schritt 2:<\/span><\/strong><\/p>\n<p>ich stelle mich auf die Laderampe und verlange von meinem Pferd, dass es sich mit dieser besch\u00e4ftigt. Es soll also nicht einfach nur davorstehen und in der Gegend umherschauen, sondern es soll sich mit der Laderampe auseinandersetzen. In dieser Phase kommt es eigentlich immer vor, dass sie auf der Rampe scharren, drauf stampfen, sie anprusten und reinbeissen &#8211; <strong>das alles ist erlaubt, und darf auf keinen Fall unterbunden oder gar bestraft\u00a0werden!<\/strong> Schlie\u00dflich muss mein Pferd ja wissen, dass der Boden h\u00e4lt und nicht unter ihm wegbricht. Als vorbereitende Lektionen kann man Br\u00fccke oder Podest \u00fcben, dann gew\u00f6hnt sich das Pferd\u00a0an das hohle Ger\u00e4usch beim Auftreten und erschrickt nicht davor. Je nach Pferd, also ganz individuell, entscheide ich dann, ob ich mich mit beschnuppern und inspizieren f\u00fcr diese Einheit zufrieden gebe, oder ob ich den n\u00e4chsten Schritt, also das Auftreten auf die Klappe, verlange.<\/p>\n<p>&#8222;Wie?!&#8220; wird jetzt der Ein oder Andere denken, &#8222;ohne dass das Pferd im Anh\u00e4nger war, jetzt einfach abbrechen und weggehen??!&#8220; <strong>Ja, genau das!<\/strong> Ein weit verbreiteter Irrglaube ist leider immer noch, dass das Pferd , sobald ich in die N\u00e4he eines Anh\u00e4ngers mit ihm gehe, auch unbedingt dann rauf gehen muss. &#8222;Sonst lernt es ja, dass es nicht muss, dass es gewinnt, wenn es nicht rauf geht, und dann ist Alles verloren&#8230;!&#8220; <strong>Absoluter Nonsense!!<\/strong> Wenn mein Pferd mir die Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt und aber eben einfach noch ein bi\u00dfchen braucht, noch nicht bereit ist, in den Anh\u00e4nger zu gehen, liegt es daran, dass es der ganzen Sache noch nicht wirklich traut. Entweder hat es nicht genug Vertrauen in mich, dass ich wirklich nichts Gef\u00e4hrliches von ihm verlange, oder es traut diesem Unget\u00fcm nicht. Oder es hat vielleicht Platzangst? Wie auch immer, in jedem Falle ist es der gr\u00f6\u00dfte Fehler, dann mit Druck zu arbeiten. All die bekannten Tricks, Futter in den Anh\u00e4nger zu legen, eine Longe hinter das Pferd zu spannen, ein anderes Pferd schon in den H\u00e4nger zu stellen usw., k\u00f6nnen zu kurzfristigem Erfolg f\u00fchren, ja klar. Aber sie werden an dem Grundproblem, mangelndes Vertrauen, nichts \u00e4ndern. Und so wird es immer ein Pokerspiel bleiben, ob mein Pferd heute auf den Anh\u00e4nger geht, oder eben nicht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #339966;\"><strong>Schritt 3<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Ich verlange das Auftreten auf die Laderampe. Ich stehe also in Anh\u00e4nger, habe einen ausreichend langen F\u00fchrstrick, oder ein Arbeitsseil, oder sogar eine Longe (empfiehlt sich bei impulsiven Pferden). Nachdem ich meinem Pferd ausreichend Zeit gegeben habe, den Anh\u00e4nger zu beschnuppern, inspizieren und zu testen, fordere ich es nun auf, mir in den Anh\u00e4nger zu folgen; \u00fcber leichtes sch\u00fctteln und bewegen meines Leitseiles. Wenn ich bei bei diesem Schritt angelangt bin ist es ratsam, vorher vom Boden aus am Leitseil die Kontrolle \u00fcber die Schulter meines Pferdes aus der Distanz erarbeitet zu haben. Sonst besteht jetzt die Gefahr, dass es bei der Aufforderung mir zu folgen, zu oft am Anh\u00e4nger vorbei geht. Genau das gilt es zu vermeiden &#8211; mit sanfter Konsequenz. Ob ich gleich alle 4 Hufe auf der Rampe verlange, oder nur ersteinmal einen, h\u00e4ngt wieder davon ab, wie nervenstark und vertrauensvoll mein Pferd ist. Gleichzeitig zu dem auf die Rampe stellen sollte mein Pferd vorab schon gelernt haben, auf Kommando stehen zu bleiben bzw. still zu stehen. Denn gerade Pferde, die es einem gern recht machen wolle, doch gleichzeitig nicht so starke Nerven haben, neigen dazu, sich vor ihrer eigenen Courage zu erschrecken. Dann ist es gut, sie in ihrem Eifer ausbremsen zu k\u00f6nnen ;-). Ebenso kann ich so vermeiden, dass es gleich nach dem auftreten auf die Klappe wieder zur\u00fcckspringt. Das beenden von Schritt 3 sollte immer auf der Rampe geschehen und von mir ausgehen, indem ich mein Pferd von der Rampe runter und wegschicke. Ausgiebiges Loben finde ich hier besonders wichtig, f\u00fcr das mutige folgen ins Unbekannte \u2026 \ud83d\ude09\u00a0 .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Vielen ist das Verladen des Pferdes ein rotes Tuch, es stresst Mensch und Pferd oft gleicherma\u00dfen. Leider, denn mit der richtigen Vorbereitung und gen\u00fcgend Vertrauen ist Verladen nicht mehr als ein Spaziergang. 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